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Texte



eine Interpretation

 

Der König

unter den Wegen des Strebens

nach dem

vollendeten Wirken der Edlen

 

Eine freie Interpretation des Sangchö Mönlams von H. Giller

Vorlage ist der aus dem tibetisch übersetzten Text

von Tina und Alexander Draszczyk,

Titel: „Vollendetes Wirken“

2007, Bodhi Verlag , Wien

ISBN 3-9009969-11-6

 

1.

Vor euch den Erwachten der drei Zeiten

in allen Richtungen der unendlichen Welten,

den löwengleich Vollendeten unter den Wesen,

von Freude bewegt bringen wir mit Körper Rede und Geist Verehrung dar.

 

2.

Durch die Kraft des Strebens nach dem befreienden Wirken

die Siegreichen als gegenwärtig sehen

Verbeugen wir uns vor den Vollendeten

mit Körpern zahlreich wie die Teilchen der Welt.

 

3.

Und gleich wie die Teilchen sämtlicher Welten

ist die Zahl der Erwachten inmitten ihres Gefolge

In jedem einzelnen Teilchen gleich unermesslich.

Von ihnen gänzlich erfüllt sind die Orte unseres Vertrauens und Strebens.

 

4.

Melodienklang der Preisungen

wie Ozeane tief und weit,

verkünden die Eigenschaften

der gänzlich vollendet Erwachten.

 

5.

Leuchtende Blüten, prächtige Girlanden

Klangfülle , Düfte und edle Schirme

helles Licht und feinstes Räucherwerk

den Vollendeten zum Opfer gebracht.

 

6.

Duftende Gewänder und kostbare Stoffe

in Mustern der Verehrung ausgebreitet

wie Berg Meru reich und weit

Euch den Erwachten zum Opfer!

 

7.

Die wunderbar feinsten Opferungen

unermesslich und von unendlicher Fülle

mit der Kraft des Vertrauens in euer Wirken

zum Opfer gebracht verneigen wir uns.

 

8.

Von Gier Hass und Unwissenheit vereinnahmt

habe ich Übel getan

Ich bekenne jede einzelne meiner Taten

von Körper Rede und Geist bewirkt.

 

9.

Mit Freude betrachtet die Ansammlungen

der Erwachten und ihres ganzen Gefolges,

den Verdienst von Arhats und Weggefährten nah dem Ziel

und so betrachtet auch das Gute aller Wesen überall.

 

10.

Licht der Welt, ihr Schützer, in allen Richtungen

am Ziel des stufenweisen Pfades angekommen

gänzlich frei vom Halten am eigenen Selbst

euch bitte ich das unübertreffliche Rad der Lehre zu drehen.

 

11.

Ihr vollendet gelöst endgültig Befreiten,

zu euch mit bittenden Händen flehen wir

für Äonen zu bleiben solange und soviel es Teilchen noch gibt

zum Nutzen und zur Freude der Wesen.

 

12.

Das Gute und auch das Kleinste,

durch Verehren, Opfern und bekennende Zuwendung,

durch Erfreuen und Bitten angesammelt

sei dem edlen Befreiungsweg gewidmet.

 

13.

Verehrung den Erwachten der Vergangenheit,

und jetzt in allen Richtungen.

Das gute Streben der Kommenden soll schnell erfüllt sein

und so mit jedem Schritt das Erwachen vollendet werden.

 

14.

Von Begrenzungen befreit vollkommen rein

seien die Welten überall

und angefüllt vom Weisheitsgefolge

versammelt unter dem Bodhibaum.

 

15.

Die Lebewesen der zehn Richtungen

sollen für immer gesund und glücklich sein

und Erfüllung ihrer Wünsche erfahren,

die im Einklang mit der befreienden Lehre stehn.

 

16.

Sei in jedem Dasein das reine Tun gewirkt

und so erinnert sei ein jedes Leben

um in allen Lebenszeiten,

auch bei Geburt, Tod und Übergang selbst

IMMER ein dem Leid Entsagender zu sein.

 

17.

Dem Beispiel der Erwachten folgend

sei vollendendes Wirken recht getan,

die Disziplin makellos rein gehalten

frei von allen Fehlern.

 

18.

In allen Sprachen der Götter, Nagas, Yakshas und Nodjins,

in allen Sprachen der Geister und Menschen

mit allen Ausdrücken sämtlicher Sprachen der Wesen

sei reiner Dharma überall gelehrt.

 

19.

Die Paramitas sanft und klug gelebt

und niemals der Erwachensgeist vergessen,

seien alle Schleier aufgehoben

und sei bereinigt, was schlecht getan war.

 

20.

Wie kein Tropfen am Lotus hängen bleibt,

ungehindert wie Sonne und Mond am Firmament,

frei von Karma, Kleshas und Dämonen

sei unser Wirken für Lebewesen weithin kraftvoll.

 

21.

In allen Himmelsrichtungen

und hindurch die Weite sämtlicher Welten

sei das Leid niederer Bereiche gestillt

und überall Wohl und Freude der Wesen bewirkt.

 

22.

Das Befreiungswerk zur Reife gebracht

sei es im Einklang mit den lebendigen Wesen getan

und sei vortreffliches Handeln gelehrt

so dass vollendetes Wirken alle Zeiten durchdringt.

 

23.

In solchem Tun verbunden sein

mit gleichgesinnten Gefährten

sei strebendes Handeln gemeinsam vereint

so wie das Wirken von Körper Rede und Geist.

 

24.

Den weisen Freunden begegnen

die Hilfe sind auf diesem Weg,

die das Vollendete Wirken vermitteln,

durch uns niemals betrübt

das sei unser Sehnen.

 

25.

Den Erwachten unmittelbar klar sichtbar

umgeben von ihrem Gefolge,

zu allen Zeiten und unermüdlich,

sei jede der Opferungen dargebracht.

 

26.

Die Lehren der Erwachten tief eingeprägt

und den Wesen das erleuchtende Tun erklärt

sei dieses Wirken gemeistert

in allen kommenden Zeiten.

 

27.

Ansammlung und Gewahrsein

in allen Existenzen sei unerschöpflich

zum Schatz von Methode und Weisheit,

zu tiefer Meditation und Befreiung geworden.

 

28.

In jedem Teilchen seien die reinen Länder

so viele wie es Teilchen gibt klar sichtbar

Vor dieser unbegrenzten Zahl der Erwachten

inmitten ihres Gefolges sei unser Tun ausgerichtet.

 

29.

Inmitten des Ozeans der reiner Länder, und dort

in Gegenwart der Weisheitswesen ohne Zahl

seien diese Werke über alle Zeitalter hinweg

lückenlos in jeder Richtungen ausgeführt.

 

30.

Schon ein einziges Wort des Erwachten enthält unermessliche Qualitäten.

Grenzlos rein erklingen die Lehren aller Siegreichen

entsprechend dem Verständnis eines jeden Wesens.

Zu den Unterweisungen wenden wir uns hin.

 

31.

Wo die Edlen der drei Zeiten vollständig lehrend

mit vielfältigem Wohlklang jede Unterweisungen geben,

dann sei dort unsere aufmerksame Hinwendung

mit ganzer Gegenwart ihnen zugetan.

 

32.

Wie sämtliche kommenden Zeitalter

in den Handlungen des mitfühlenden Gewahrseins

zu einem Augenblick vereint sind,

so sei jede Zukunft glücklich und sicher betreten.

 

33.

Die Erwachten der Welt, gleich Löwen unter den Menschen,

allesamt und in jedem einzelnen Moment gegenwärtig

so seien wir dort für immer eingetreten

in des Erlebens untrügliche Einsicht.

 

34.

Alle reinen Länder einer jeden Zeit

seien in jedem einzelnen kleinsten Teilchen wahrhaft gegenwärtig erschienen

und so das ganze Universum überall

als von reinen Bereichen vollständig erfüllt sichtbar geworden.

 

35.

In der Nähe der strahlenden Beschützer die noch kommen werden,

dort wo die vollständige Lehre erklingt,

dort wo der Weg zur Überwindung des Leids

von ihnen vollständig gezeigt wird, dort sei unser Ort.

 

36.

Durch die Kraft direkter Wirkungen

durch die Kraft weit offener Tore

durch die Kraft der allguten Taten

durch die Kraft der umfassenden Liebe

 

37.

durch die Kraft der heilsamen Ansammlungen

durch die Kraft des ungebundenen Gewahrsein

durch die Kraft von Weisheit, Methode und Meditation

seien alle Kräfte der Verwirklichung hervorgerufen,

 

38.

dadurch die Macht von Karma gebrochen

emotionales Irren besiegt,

die Kräfte der Maras machtlos geworden

sei vollendetes Tun zur Reife gebracht.

 

39.

Ozean der Elemente klären

Ozeane der Wesen befreien,

Ozeane von Dharma enthüllen,

im Ozean ursprünglichen Gewahrseins verweilen,

 

40.

Ozeane von Haltungen ausrichten,

Ozeane der Wege des Strebens läutern,

Ozeane von Erwachten beschenken,

sei in allen Zeitaltern unser unermüdliches Tun.

 

41.

Durch vollendetes Wirken die Befreiung erlangt,

so sei jeder einzelne der Wege des Strebens

gänzlich erfüllt

und endgültiges Erwachen erlangt.

 

42.

Die edle Ansammlungen der Taten,

gewidmet wie Samantabhadra,

der Mächtigsten unter den Erben der Lehre, es sprach,

ebenso seien unsere Handlungen ausgerichtet.

 

43.

Gleich auch in Reinheit von Körper, Rede und Geist

und gleich in Reinheit der Tat und aller Welten-Elemente,

mit ebenbürtigem Geschick bei allen Widmungen

sei Gleichheit erlangt.

 

44.

Manjushri's strebende Haltung ständig gegenwärtig haltend

sei das zutiefst heilsame Tun unser Weg.

Auf diesen Wegen, ohne jemals zu ermüden,

sei alles Wirken vollendet getan.

 

45.

Im heilsamen Handeln fest verankert,

unermesslich die Eigenschaften des Wirkens,

seien die Erfahrungen des Weges und

grenzenloses Streben gänzlich entfaltet.

 

46.

Wo die Grenzen des Weltalls NICHT mehr sind

dort sind die Grenzen des Lebens von Karma und Kleshas nicht

und die Grenzen unseres Weges noch nicht

und niemals dort die Grenzen des Strebens erreicht.

 

47.

Würde man als Opferung

die Teilchen aller Weltrichtungen

und zudem alle Freuden der Menschen und Götter

über alle Zeitalter hinweg darbringen,

 

48.

es wäre der Nutzen dennoch weit übertroffen von jemandem,

der beim Hören dieser königlichen Widmung

eigene Hingabe für den Geist des Erwachens selbst erfährt

und dadurch einen einzigen Moment von Vertrauen durchlebt.

 

49.

Wer den Sinn dieses vortrefflichen Strebens entfaltet

wird von niederen Bereichen frei sein,

ungebunden durch schlechte Gefährten,

und wird bald das Grenzenlose Licht sehen.

 

50.

Sie werden Notwendiges schnell finden,

ihre Leben bestens nutzen und wahres Glück erfahren.

Samantabhadragleich ähnlich werden sie sein

und gleich geworden vollendet.

 

51.

Die Fünf unfassbaren Vergehen, von Leid verfolgt

auf Grund von Unwissenheit begangen,

werden durch Rezitation und Anwenden dieses Gesangs

unmittelbar und ausnahmslos bereinigt.

 

52.

Ursprüngliches Gewahrsein, einen edlen Körper

und alle Zeichen,

eine gute Geburt und eine schöne Erscheinung werden sie haben.

Unbeeinflusst von Gegenkräften und Widersachern

werden sie in aller Welt geachtet.

 

53.

Unter dem Bodhibaum angekommen

sich zum Nutzen der Wesen versammelt

werden sie gleiches Erwachen erfahren und lehren

und alle Horden der Maras unterwerfen.

 

54.

Erwachte kennen die Frucht

dieser Wege des Strebens

diesen zu folgen zu lesen, danach zu handeln

und sie anderen aufzuzeigen.

So sei höchstes Erwachen erlangt - habt keine Zweifel !

 

55.

Wie Manjushri weise und mutig

Gleich wie Samantabhadra -

Ihrem Vorbild folgend

So sei alles Gute gewidmet.

 

56.

Mit dieser Widmung

von den Erwachten aufs höchste gepriesen

seien alle Wurzeln des Guten

den vollendenden Taten gewidmet.

 

57.

Wenn der Tod sich nähert

seien die Schleier gehoben

und Grenzenloses Licht unmittelbar erkannt

auf unsrem Weg ins Land der Freude.

 

58.

Das Ziel der Wege des Strebens

dort zur Wirklichkeit geworden

sei unser Wirken bis ans Ende der Welten

dem Wohle der Wesen gewidmet.

 

59.

Im Freude-Mandala der Erwachten

aus einem reinen Lotus geboren

sei dort von Amitabha selbst

die Prophezeiung des Zieles gesagt.

 

60.

Des edlen Erlangens gewiss

sei mit millionenfacher Ausstrahlung

und Kraft des erwachten Geistes

den Wesen in allen Richtungen

in jeder Weise unsere Hilfe gegeben.

 

61.

Auch die kleinsten guten Momente

des strebenden Wirkens

seien unmittelbar verbunden mit den lebendigen Wesen

und so die heilsamen Taten gemeinsam bewirkt.

 

62.

Die reine Ansammlung dieses Tuns

sei für Ertrinkende im Strom des Leids

ein rettendes Ufer

zum Erreichen des grenzlosen Lichtes.

 

63.

Durch dies königliche Streben des allguten Tuns

zum Nutzen eines jeden einzelnen Wesens

seien die gebundenen Daseinsbereiche

von wunderbaren Qualitäten erfüllt und endgültig befreit !

 

 

© 12.09.2007 Remetschwiel, Herbert Giller